Geschichte

Das Jahr 1989 bedeutete nicht nur die politischen und gesellschaftlichen Änderungen, aber wesentliche Änderungen brachte es ebenso in die Wasserwirtschaft. Das Gesetz Nr. 367/1990 Slg., das Gemeindegesetz, ordnete in die sog. selbstständige Gemeindeamtswirksamkeit u. a. auch „die Gemeindesauberkeit, Hausmüllentsorgung und ihre ordentliche Beseitigung, Trinkwasserversorgung, und Abwasserbeseitigung“ ein. Die Gemeinden übernahmen im Zusammenhang mit Wasserleitungen und Abwasserleitungen die Verantwortung für das Vermögen, was sich in der vorangegangenen Zeit im Besitz des Staates befand, und das Recht an die Bewirtschaftung dieses Vermögen übten die Wasser- und Abwasserleitungsorganisationen aus, im Falle von Nordböhmen war es der Staatsbetrieb SčVK, Severočeské vodovody a kanalizace (Nordböhmische Wasser- und Abwasserleitungen).

Mit dem Beschluss der Regierung der Tschechischen Republik, Nr. 222, vom 3. 7. 1991 begann der Prozess der Privatisierungsvorbereitung von staatlichen Betrieben des Bereiches Wasser- und Abwasserleitungen. Die Privatisierung im Bereich der Wasser- und Abwasserleitungen verlief laut allgemeingültigen Vorschriften über die Privatisierung und Entstaatlichung des Vermögens der Tschechischen Republik.

Privatisierungsprojekt SVS und SčVK

Am 13. 5. 1993 genehmigte das Ministerium für die Verwaltung von Nationalvermögen das Privatisierungsprojekt des staatlichen Betriebes SčVK.

Die Städte und Gemeinden, welche sich entschieden in die neu gründende SVS, Severočeská vodárenská společnost (Nordböhmische Wasserwirtschaftsgesellschaft),  einzutreten, vereinbarten am 8. 6. 1993 in Teplice die Gründung eines Vorbereitungskomitees für die Gründung von SVS, und darauffolgend nominierten ihre Vertreter.

Im September 1993 gibt der Fond des Nationalvermögens die Gründungsurkunde der Nordböhmischen Wasserwirtschaftsgesellschaft heraus.

Es wurden die Grundprinzipien der entstehenden Gesellschaft bestätigt, vereinbart während den Vorbereitungsverhandlungen. Nach diesen Prinzipien richtet sich die Gesellschaft die ganze Zeit hindurch die Existenz, und die Entwicklung bezeugte ihre Eignung:

  • einheitlicher solidarischer Wasserpreis
  • Anlegen des Gewinnes ins Gesellschaftsvermögens
  • Entscheidungen laut rationellen ökonomischen Methoden
  • Erhaltung des sozial annehmbaren Wasserpreises

Zum 1. Oktober 1993 wurden durch den Fond des Nationalvermögens die Aktiengesellschaft SVS a. s., im Aktienbesitz von Städten und Gemeinden, als die Eigentumsgesellschaft, in welche das staatliche infrastrukturelle wasserwirtschaftliche Vermögen übertragen wurde, und die Aktiengesellschaft SčVK, a. s., vorübergehend im Besitz vom Staat, als die Betriebsgesellschaft, betreibende das SVS Vermögen, in welche das sämtliche staatliche mit dem Betreiben zusammenhängende Vermögen überführt wurde – gesamte Gebäude, maschinelle Ausrüstung, Labors, Dokumentationen, ebenso alle Angestellten des Staatsbetriebes, gegründet.

Das primäre Interesse beider Gesellschaften war es zu beweisen, dass die Erhaltung einer großen Wasserwirtschaftsgesellschaft auf dem umfangreichen Gebiet der Nordböhmischen Region sinnvoll und ökonomisch vorteilhaft war, und den Bürgermeistern die Gerechtigkeit ihrer Wahl zu bestätigen.

Auf die Eigentumsgesellschaft (SVS) sollte das infrastrukturelle Vermögen im Buchwert von 8 134 971 Tsd. Kronen überführt werden. Das Grundkapital der Gesellschaft in der Höhe von 7 395 428 Tsd. Kronen wurde im Rahmen des Privatisierungsprojektes folgendermaßen verteilt:

  • RIF (Restitutionsinvestitionsfond): 3,00%
  • NIF (Stiftungsinvestitionsfond): 1,00%
  • unentgeltliche Vermögensübertragung an Gemeinde: 87,25%
  • unentgeltliche Übertragung an Gemeinde (Investitionen): 8,75%.

Darauffolgend geling es im Laufe des ersten Halbjahres 1995 die Übernahme des wasserwirtschaftlichen Vermögens von 171 Mitgliedsgemeinden im Gesamtwert von 472 685 318 Kronen zu vollenden. Im Grunde genommen handelte es sich um Bauwerke aufgebaut in den sog. Aktionen „Z“, durchwegs laue Qualität, und um ein historisches Vermögen, gebaut vor dem J. 1948. Es war notwendig dieses Vermögen zu überprüfen und technische Maßnahme zur Erreichung einer standardmäßigen Qualität vorzuschlagen. In der Region, ebenso in der ganzen Tschechischen Republik, wurde ebenfalls langfristig der Aufbau von Abwasserbehandlungsanlagen vernachlässigt, und derer Ausbau war dringend nötig.

Im Falle der Gesellschaft SčVK empfiehl das von dem Ministerium erarbeitete Privatisierungsprojekt das sog. französische Modell, d.h. die komplette Trennung des betrieblichen Teiles und des infrastrukturellen Eigentumsteiles unter Beibehaltung des ursprünglichen Umfangs der Gesellschaft. Der Betreiber gewährleistet die Trinkwasserversorgung und die Abwasserbeseitigung und bezahlt dem Eigentümer die Miete, wovon ist von dem Eigentümer die Erneuerung des infrastrukturellen Vermögens bezahlt. Die Finanzmittel für den Investitionsbau sichert sich der Eigentümer.

Das Betriebsvermögen des staatlichen Betriebes SčVK wurde im Buchwert von 583 494 Tsd. Kronen in die Betriebsgesellschaft SčVK eingetragen. Der wesentliche Bestandteil des Vermögens der Betriebsgesellschaft SčVK wurde zur Privatisierung mittels der Kuponmethode vorgeschlagen, mit der Vorbedingung eines Anteiles zum Verkaufen an einen ausgewählten Auslandsinvestor. Das Grundkapital der Gesellschaft in der Höhe von 385 802 Tsd. wurde folgendermaßen verteilt:

RIF (Restitutionsinvestitionsfond) 3%
NIF (Stiftungsinvestitionsfond) 1%
Kuponprivatisierung 58%
Fond der Sozial- und Gesundheitsversicherung 12%
Aktien deponiert beim Fond des Nationalvermögens für den zukünftigen ausländischen Interessenten 20%
Angestelltenaktien 6%
Severočeská vodárenská společnost (SVS) 0%
Gesamt 100%

Bestrebung um die Einflussverstärkung der SVS in der SčVK

Im Jahre 1994 verlief die erste Welle der Kuponprivatisierung, wohin auch die 58% von Aktien der Betriebsgesellschaft Severočeské vodovody a kanalizace eingeordnet wurden. Das Interesse für diese Aktien war enorm groß und die Entscheidung brachte erst die letzte Runde. Den größten Anteil von Aktien erhielten die Investitionsfonds. Dadurch wandelte sich die SčVK von der staatlichen Aktiengesellschaft in ein privates Subjekt um.

Gleichzeitig verkaufte der Staat einem ausgewählten ausländischen „strategischen“ Investor Welsh Water Int. den festgesetzten 19%igen  Anteil. Der Verkaufszweck außer dem finanziellen Profit für den Staat sollte die Qualitätsverbesserung von Dienstleistungen und die langfristige Sicherheit eines großen nicht spekulativen Aktieninhabers darstellen. Die WWI sprach gleich nach der Identifizierung der neuen Aktienbesitzer die jeweiligen Fonds mit dem Angebot an Zusammenarbeit und Abkaufen ihrer Aktienanteile an.

Parallel mit der Kuponprivatisierung verliefen Verhandlungen der SVS mit dem Fond des Nationalvermögens und mit Ministerien über die Zuteilung des Aktienteiles, bisher verwaltet durch den Fond. Die Verhandlungen dauerten eine längere Zeit, die SVS stabilisierte sich schrittweise, sie erarbeitete und veröffentlichte die unternehmerische Absicht, und gewann eine breite Unterstützung von Bürgermeistern der Aktionär-Gemeinden. Dem Vorstand der SVS gelang es die Regierung unter Prof. Václav Klaus zur Revokation der ursprünglichen Entscheidung und zur Änderung der Absicht in der Verteilung von Aktionen der Betriebsgesellschaft zugunsten der SVS zu überzeugen. Schon im Jahre 1997 ordnete sich die SVS unter die bedeutenden Aktionäre der Betriebsgesellschaft ein:

Welsh Water Int. 35,82%
IKS KB 16,91%
SVS 13,00%
IS EXpandia 11,48%
Alpha Eff. KIS 8,75%
Fond des Nationalvermögens: 6,00%
Erzgebirgisches IF 3,41%
AAA KIS 1,20%
Patria finance 0,26%
Sonstige 3,17%
Gesamt 100%

Aufgrund der Bestrebung der SVS um die Einflussverstärkung in der Betriebsgesellschaft zugunsten ihrer Aktionäre spitzte sich die Beziehung zwischen der SVS und der anderen großen Aktionären zu, und die WWI zusammen mit den anderen großen Investitionsfonds erhoben den Widerspruch an den ÚOHS Wettbewerbshüter. Sie argumentierten mit einer möglichen Bedrohung ihrer Investitionen in der Zukunft. Der Wettbewerbshüter ÚHOS wies nach der Untersuchung aller Umstände ihre Einrede ab und bestätigte der SVS ihren Anteil. Der WWI gelang es die Aktien einer ganzen Reihe von kleinen Investitionsfonds abzukaufen und Schritt für Schritt ihren Anteil zu erhöhen. Die SVS, in der Reaktion auf die Handlung der WWI, berechtigte ihren Finanzpartner die Gesellschaft Patria Finance in Prag mit dem Einkauf weiterer Aktien von Kleinaktionären auf dem damaligen Aktienmarkt RMS.

Noch im ersten Halbjahr 1997 kauft die SVS die übrigen Aktien von dem Fond des Nationalvermögens und die Aktien erworben durch die Patria Frinance ab, und erhöht sie ihren Anteil an 19,26%. Im Jahre 1998 kauft die SVS darauffolgend von dem Investitionsfond Expandia 14,9% Aktien ab, und mit weiteren Aktien von Kleinaktionären wird sie zum zweitgrößten Aktionär mit dem Anteil von 34,74%.

Die Situation kreuzt die Pläne der Fonds, und weil sich die walisische Wasserwirtschaftsgesellschaft in Finanzprobleme geriet, zusammen mit den Fonds IKS u. auch KIS verlassen sie die SčVK, und bieten gesamt beinahe 64% der Aktien auf dem Aktienmarkt in London mittels eines englischen Maklers an. Die Verkaufsbedingung war allerdings das verschobene Abkaufen von 20% der Aktien, welche die Waliser vom Staat als strategischer Partner erhielten, mit der Verbleibbedingung in der SčVK bis zum Jahre 2000.

Der Aktienhandel verwirklichte sich in London am 7. 4. 1999. Das größte Angebot reichte die Compagnie Generale des Eaux (CGE, später Vivendi, heute Veolia) in der netto Höhe von 3200 Kronen je eine Aktie ein. Die Aktienhaltung in der SčVK nach dem Aktienhandel war folgende:

SVS (203 018 Stückaktien) 34,74%
CGE/Veolia (252 217 St.) 43,16%
Hyder (116 854 St.) 19,19%
Kleinaktionäre (12 182 St.) 2,91%
Gesamt  

Unmittelbar darauf begann eine lange und komplizierte Verhandlung zwischen dem SVS Vorstand und der Geschäftsführung der europäischen Division der CGE über die Führung, Kontrolle und Unternehmensrichtung der SčVK. Die CGE erklärte das Interesse für die langfristige Vertragsstabilisierung, welche gewährleistet die Investitionsrückvergütung und die Möglichkeit die Qualität und die Zuverlässigkeit von Dienstleistungen für eventuelle weitere Akquisitionen in Tschechien zu präsentieren. Die SVS verlangte die Möglichkeit der Kontrolle sämtlicher Unternehmenstätigkeiten der SčVK, die Kontrolle der Gewinnaufteilung, die Beeinflussung die Betreibungsqualität und den Einklang des langfristigen Unternehmensplans der SVS mit den jährlichen Betreibungsplänen. Nach einem halben Jahr wurde ein beiderseitiges Einvernehmen erzielt, welches beide Seiten befriedigte und im Grunde genommen gilt bis heute.

In der Aktienhaltung wurde eine Parität dadurch vereinbart, dass die CGE nach der Vertragsunterzeichnung der SVS 24 598 Aktienstück für den Beschaffungspreis und nach dem Kauf der übrigen Aktien von dem Hyder im Jahre 2000 ihre Hälfte verkauft. Im Interesse beider Seiten wurde die Verlängerung des Betriebs- und Mietvertrages auf die Länge von 20 Jahren vereinbart, d.h. bis zu 2020, und somit die Möglichkeit einer langfristigen Planung beider Gesellschaften gesichert. Die Vereinbarung wurde am Ende des Jahres 1999 unterschrieben und noch desselben Jahres erhielte die SVS die abgesprochenen 4,21 % der Aktien. Im folgenden Jahr wurde die Aktienübertragung vom Hyder auf die CGE und somit auch der Verkauf von 58 427 Stückaktien an die SVS vollendet.

Gegenwärtiger Aktienstand in der SčVK:

SVS 49,1%
CGE(Veolia) 50,1%
Kleinaktionäre 0,8%
Gesamt 100%

Während vergangenen Jahren nach dem Vertragsabschluss widmeten sich beide Partner der Steigerung der Effektivität und Produktivität der Gesellschaft. Obwohl sich der Wert des betreibenden Vermögens fast doppelt erhöhte, verringerte sich die Anzahl von Angestellten aus ursprünglichen 3600 auf die gegenwärtigen 1830. Schrittweise erniedrigte sich auch die Zahl von Betriebsstellen aus 10 auf die gegenwärtigen 3. Die SVS erzielte die Einflusssicherung in der Betriebsgesellschaft, und kann somit auf positive Trends hinweisen – Mietsteigerung für SVS, welche in voller Höhe ins Vermögen reinvestiert wird, und zugleich die Steigerung von Reparaturvolumen, welche direkt unser Betreiber SčVK realisiert.

Die Zahl der Aktionäre SVS verbreitete sich mit der Zeit auf die gegenwärtigen 458 Städte und Gemeinde der Region Ústí nad Labem und des wesentlichen Teiles der Region Liberec.

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